Aus der Praxis: Schultransformation – Zeit für Veränderung

Zeit für Veränderung...

Das hat sich wohl auch die Deutsche Telekom gedacht – im Februar ist Schluss mit der Telefonzelle. Die Kästen werden ein für alle Mal abgebaut… eingesammelt. Der Grund? Kaum einer hat sie noch benutzt! Oder wann sind Sie das letzte Mal in eine Telefonzelle gegangen, um jemanden anzurufen?  Von den 12.000 Säulen, die es in Deutschland noch gibt, wurden 4.000 in den letzten zwei Jahren gar nicht benutzt.
Viel Nostalgie – ja. Aber im hier und heute brauchen und nutzen wir sie einfach nicht mehr.

Und trotzdem ist mein erster Impuls – Wehmut. Ich denke daran, wie ich als Teenager aus den Sommerferien meine beste Freundin angerufen habe – 3 Wochen waren wir „getrennt“ voneinander. Da gab es so viel zu erzählen! Sie sitzt zu Hause, ich stehe in der Zelle (…warum hatten die Dinger eigentlich nie einen Stuhl???)… immer die Zeit im Nacken, denn das Geld rennt im wahrsten Sinne des Wortes so durch.
An der Telefonzelle hängen Erinnerungen an alte Zeiten. Das sie abgeschafft wird, löst ein typisches Gefühl, das Veränderungen im 1.Schritt mit sich bringen aus. Aber brauchen wir sie deshalb noch?

Eine Schulklasse während des Unterrichts, vorne steht eine Lehrkraft, vereinzelt melden sich Schüler

In der Schule ist das ähnlich...

In der Schule ist das ähnlich. Auch hier sind viele Prozesse veraltet – entsprechen nicht mehr unserer Lebenswelt und erreichen deshalb die Schüler:innen von heute nicht so, wie sie sie erreichen sollten. Wie sollen alte Konzepte auch Kompetenzen der Zukunft ausbilden, Lernende vorbereiten auf die sich schnell verändernde „neue Welt“ da draußen?
Und ähnlich wie mit der Telefonzelle fällt vielen der Abschied schwer. Wir probieren schon lange rum…verändern Nuancen. An das große Ganze trauen wir uns meist nicht ran, das ist ein großer Schritt.
Auch das ist ganz normal. Veränderungen fallen schwer. Sie bedeuten loszulassen. Und das wiederum geht leichter, wenn man Prozesse Schritt für Schritt angeht.

Das 8-Stufen-Modell eines Veränderungsprozesses

Das 8-Stufen-Modell eines Veränderungsprozesses wurde 1996 von John P. Kotter entwickelt und ist eines der populärsten Change-Management-Modelle.
Hintergrund ist die Feststellung, das Unternehmen sich immer wieder neu erfinden müssen, um langfristig bestehen zu können. Das Vorgehensmodell für Veränderungen verfolgt ein Ziel: die Anpassung der Unternehmenskultur bis hin zu einer strategischen Neuausrichtung. Dabei ist der Prozess stets auf den Menschen fokussiert und zielt darauf ab, Veränderungen umfassend, reibungslos und dauerhaft umzusetzen.

Nachhaltiger Wandel

Die acht Schritte lassen sich in drei Phasen einteilen:

  • das Schaffen eines Klimas für Veränderungen
    (Schritte 1 bis 3)
  • die Einbindung und die Maßnahmen der gesamten Organisation
    (Schritte 4 bis 6)
  • die nachhaltige Umsetzung des Wandels
    (Schritte 7 bis 8)
Modell in 8 Stufen nach Kotter

Erklärung des Modells

SCHRITT 1:
Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Transformation ist, dass die Mehrheit hinter den angestrebten Veränderungen steht und diese aktiv unterstützt. Der erste Schritt besteht daher darin, von der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Veränderungen zu überzeugen.  Dabei appelliert Kotter auch an das Gefühl, die Emotionen aller: Potentielle Chancen und Risiken “sehen-fühlen- und verändern”.

SCHRITT 2: 
Zusammenstellung eines starken Führungs-Teams, dass die gesamte Organisation repräsentiert.

SCHRITT 3: 
Aufgabe des Führungsteams ist es jetzt, eine Vision für die Zukunft zu entwickeln. Die Vision soll sinnstiftend auf alle Beteiligten sein.  Indem sie “vorstellbar, erstrebenswert, machbar, fokussiert, flexibel und vermittelbar” ist.

SCHRITT 4: 
Jetzt wird die entwickelte Vision verbreitet, mit dem Ziel, die Akzeptanz und das Engagement aller Beteiligten zu gewinnen.

SCHRITT 5:
Um den Wandel erfolgreich voranzutreiben, müssen die Strukturen  an die Anforderungen der neuen Vision angepasst werden. Ein sehr wichtiger Punkt, um alle Agierenden überhaupt handlungsfähig zu machen.

SCHRITT 6: 
Schnelle Erfolge motivieren: Damit langfristige Veränderungsprojekte nicht schnell an Fahrt verlieren, werden kurzfristige Ziele geplant und gewürdigt.

SCHRITT 7: 
Im nächsten Schritt soll die -durch die kurzfristigen Erfolge geschaffene Glaubwürdigkeit- nun gezielt genutzt werden, um weitere Veränderungen in Angriff zu nehmen.

SCHRITT 8:
Damit das neu Gelernte nicht vergessen wird und auf dem Weg nichts verloren geht, ist es wichtig, die neuen Werte und Verhaltensnormen tief zu verankern.

Der "Praxisleitfaden Transformation" von Scobees

Die 8 Schritte des Veränderungsmodells nach Kotter lassen sich genau so auf Transformationsprozesse in der Schule anwenden.

Scobees hat den so genannten “Praxisleitfaden Transformation” entwickelt – der Schulen Schritt für Schritt begleitet, um Veränderungsprozesse an Ihrer Schule zu gestalten, hin zu einer zeitgemäßen Lehr- und Lernkultur. Die Impulse im Praxisleitfaden stammen von Dirk Braun, Schulleiter der Gesamtschule Höhscheid und Schulentwicklungsberater, der  seine langjährige Berufserfahrung und Ausbildung nutzt um Schulen auf Ihrem Weg praxisnah und konkret zu beraten.

Der Leitfaden fängt an mit der Fragestellung, was Sie motiviert und antreibt und unterstützt Sie in Ihrem Entwicklungsprozess und in der Umsetzung. Best Practice Beispiele von anderen Schulen oder Einrichtungen dienen als Vorbild und zur Orientierung. 

Sie interessieren sich dafür, wie sich das Change-Management-Modell in der Praxis einsetzen lässt?

Fragen Sie hier Ihren Zugang zum Praxisleitfaden Transformation von Dirk Braun von der Gesamtschule Höhscheid an.