Digitale Lernplattform oder digitale Lernumgebung

Was wir sind: Ein Lernprozess in Sachen Selbstfindung. Das Ergebnis nach Selbstrefkletion und Lernfortschritt

von Lena Spak

Heute sage ich: Wir sind eine digitale Lernumgebung für die Schule. Aber ehrlich gestanden, war es garnicht mal so einfach das herauszufinden. Wenn wir Menschen aus der freien Wirtschaft erklärt haben, dass wir eine digitale Lernumgebung für die Schule sind, haben  uns große Fragezeichen angeschaut. Also sind wir irgendwann dazu übergegangen uns als digitale Lernplattform zu bezeichnen. Eine digitale Lernplattform mit dem Fokus auf eine neue Lernkultur in der Reflektion und selbstorganisiertes Lernen im Vordergrund steht. Hier geht es um kompetenzorientiertes Lernen.

„Wir sind eine digitale Lernumgebung für die Schule“

Da ist eine Selbstreflektion wichtiger als eine Schulnote. Wenn wir aber Lehrkräften dann unser Tool gezeigt haben, waren sie immer etwas erstaunt. „Aber es geht ja auf Eurer Lernplattform garnicht bloss um die Lernstandserfassung.“ Es geht um modernes, digitales Lernen. Das ist ja etwas ganz anderes als Lernen zu digitalisieren. Wir gehen nämlich einen Schritt weiter. Wir sind eine digitale Lernumgebung, d.h. Schülerinnen und Schüler finden das Lernmaterial digitale in Socbees hinterlegt. So gesehen schon ein bisschen digitale Schule. Aber viel wichtiger ist, dass sie ihr Lernen auf Scobees reflektieren. Es entsteht eine Gegenüberstellung von Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung und dient als Grundlage für wertvolle Lernbegeleitung und Lernentwicklungsgespräche.

Female Founders

Wie man garnicht merkt, dass es „Female Founder“ sein etwas seltenes ist, bis man es ist und alle drüber sprechen

von Lena Spak

“Wow, ihr gründet! Deutschland braucht mehr Gründerinnen!” Boha, ich weiß gar nicht wie oft wir das gehört haben, als wir angefangen haben mit unserem Start-up. Wir fanden es eigentlich gar nicht so besonders, dass wir ein Start-up gründen wollten. Aber schon in unserem ersten Accelerator Programm vom Startplatz wurde uns klar- wir waren eins von 2 Frauenteams in einem Batch von 17 Teams. Scheint doch nicht so die Regel zu sein mit den Female Founders. Seither haben wir uns immer gefragt, wie wir damit umgehen. Der Feminist in einem wehrt sich natürlich sehr gegen die Tatsache, dass wir überhaupt darüber nachdenken müssen oder es jedenfalls tun, welche Rolle es spielt, dass wir ein reines Frauenteam sind. Aber wer gründet, muss sich dazu Gedanken machen. Bei einem neuen Produkt geht es nämlich am Ende nicht nur um das Produkt, sondern auch um die Personen die dahinter stehen. Das mussten wir früh lernen. Wir hatten uns am Anfang dazu entschieden, nein, wir machen es nicht zum Thema, dass wir ein Frauenteam sind. Wir sind ein Start-up mit einer super Idee. Es sollte absolut keine Rolle spielen if we are male or female oder irgendetwas anderes. Aber fakt ist: wenn es um Invests geht, sind es meistens Männer die entscheiden. Wie stark passen wir uns der Form unserer Präsentation, der Wortwahl und unserem Auftreten an? Unsere ersten Pitchdecks waren daher eher im “male” Stil: schwarz-petrol-gelb. Aber mit jeder neuen Stufe in unserem Gründungsprozess kam auch der “female” Stil zurück: feminin, bunt und persönlicher. Denn: als Female Founders Team bringen wir unsere eigenen Stärken ins Startup rein und so wollen wir unser Unternehmen auch repräsentieren. In unserem Start-up tragen wir die Verantwortung und haben die Entscheidungen selbst in der Hand. (manchmal auch am Spielplatz mit Förmchen in der einen Hand und Skype in der anderen). 

“Wow, ihr gründet! Deutschland braucht mehr Gründerinnen!”

Diese Selbstbestimmtheit ist leider oft nicht möglich; die Bedingungen für Frauen Beruf und Familie in gleichem, zeitlichen Verhältnis miteinander zu vereinbaren, sind nach wie vor ein richtiger Spagat. Und wenn Du als Frau mit Kind/ern Karriere machen willst, stehst Du in vielen, deutschen Unternehmen vor verschlossener Tür. Und die Einforderung von starren Arbeitszeiten, Besprechungen in Abwesenheit & fremde Entscheidungen über eigene Projekte mitzutragen sind keine Perspektive für Weiterentwicklung und Fortschritt im Beruf.

Wir haben den Weg in die Selbstständigkeit niemals bereut. Ganz im Gegenteil. Wir haben einen inspirierenden Bereich gefunden, in dem wir aktiv sind. Wir können mit unserem Produkt aktiv die Zukunft einer ganzen Generation mitgestalten. Und jeden Tag finden wir neue Partner, mit denen wir gemeinsam diesen Weg gehen. Und jeden Tag werden wir darin bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war zu gründen. Und jeden Tag sind wir ein bisschen stolzer darauf, dass wir gegründet haben – als reines Frauenteam.

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